Das Ginkgo-Prinzip bringt Ihnen mehr Resilienz in der heutigen Arbeitswelt

Resilienz_GinkgoStrategie

Sie arbeiten im Büro? Sie sitzen täglich stundenlang an Ihrem Schreibtisch? Sie haben mit technischen Hilfsmitteln wie Computer, Laptop, Blackberry und Handy zu tun? Sie trinken Kaffee, um Ihre Müdigkeit abzuschütteln? Sie haben nie Zeit? Dann sind Sie einer von inzwischen 16 Millionen Menschen in Deutschland, die an einem Büroarbeitsplatz tätig sind – in einer Agentur, im Sekretariat, in Verwaltung oder Buchhaltung, in der Designabteilung, im Forschungsbereich. Und wahrscheinlich gehören Sie nicht zu den glücklichen 10 %, die unter guten Arbeitsbedingungen tätig sind, sondern zu den 90 %, die einen Arbeitsplatz mit hohem Gestaltungsbedarf haben, geringe Entwicklungs- und Einflussmöglichkeiten vorfinden und unter Energie raubenden Arbeitsvoraussetzungen leiden.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Büroarbeit hat sich in den letzten Jahrzehnten von Grund auf verändert. Statt Stift, Papier, Ordner und Schreibmaschine stehen heute Mail, Internet, Laptop, Handy und moderne Fax- und Kopiergeräte zur Verfügung. Die rasante elektronische Entwicklung hat die Büroarbeitswelt revolutioniert und bisher nichts von ihrer Geschwindigkeit eingebüßt. Statt Produktionsarbeiter, die ihre Hände als Werkzeug nutzen, sind wir heute Wissensträger, Ideenmanager und Innovationsforscher. Unsere Produktionsstätte ist unser Kopf, unseren Arbeitsplatz tragen wir mit uns herum. Uns stehen alle technischen Möglichkeiten zur Verfügung – ständige Vernetzung, ortsunabhängige Erreichbarkeit, virtuelle Präsenz.

Trotzdem können wir den heutigen Anforderungen nicht gerecht werden. Zeitdruck, steigendes Arbeitspensum, Kreativität auf Knopfdruck. Wir konzentrieren uns auf unseren Job und verlieren dabei Familie, Freunde, Regeneration, Hobbys aus den Augen. Stress, Unzufriedenheit, Frustration, Resignation, Leistungseinbrüche und Krankheit sind die Folgen.

Und warum?

Weil wir in einem System leben und arbeiten, das den modernen Gegebenheiten noch nicht angepasst ist. Ein System, das aus einer Zeit kommt, in der Fließbänder und Schreibsäle die Arbeitsweise bestimmten. Ein System, das mit starren Arbeitsstrukturen und zwanghaften Regeln heute unsere Entscheidungsfähigkeit begrenzt, das mit entindividualisierten und unästhetischen Räumen unsere Sinne und unsere Kreativität vernebelt und das keinen Raum lässt für Regeneration, Bewegung und angemessene Ernährung. Wir verharren in einem veralteten System, in dem viele Menschen die an sie gestellten Anforderungen nicht erfüllen können, in dem Arbeit und Privatleben unvereinbar sind, in dem die Gesundheit leidet und die Lebensqualität abnimmt!

Mehr Resilienz – Wir brauchen eine Lösung – Das Ginkgo-Prinzip

Das Ginkgo-Prinzip macht sich die verschiedenen Prinzipien des Ginkgo-Baumes zu eigen: Integration, Sinnlichkeit und Ästhetik sowie Gesundheit. Dementsprechend beruht es auf drei Säulen:

Mental, mit der Entwicklung einer ergebnisorientierten Arbeitskultur, die selbstbestimmtes Arbeiten ermöglicht und damit eine Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Privatleben schafft.

Lokal, mit der Gestaltung moderner Raumkonzepte, die eine Wohlfühlatmosphäre kreieren und die Basis für Ideenarbeit schaffen.

Funktional, mit der Förderung des Gesundheitsverhaltens zur Unterstützung körperlicher und psychischer Stabilität.

Der Schlüssel für unsere Zukunft ist etwas Urmenschliches: Wir sind kreative Gestalter. Allein durch die Gabe unseres Denkens können wir abwägen, entscheiden und verändern. Unser Dasein ist vom „Kann“ bestimmt. Indem wir uns das bewusst machen, entziehen wir uns der Opferrolle, in der wir uns bisher vor Veränderung und Verantwortung versteckt haben. Wenn wir unseren Stress minimieren sowie erfolgreich arbeiten und glücklich leben wollen, dann müssen wir die Gestaltungsverantwortung übernehmen und uns den drei Stellschrauben widmen, die das Ginkgo-Prinzip für uns bereithält.

Mehr Resilienz – Work-Life-Coaching – die Ginkgo-Strategie

Sebastian Mauritz und Jens Barwinske haben sich als Autoren des Buches “Das Ginkgo-Prinzip” sehr intensiv mit den Themen Coaching, insbesondere dem Thema Work-Life-Coaching auseinander gesetzt. Die Umsetzung des von ihnen entwickelten Ginkgo-Prinzips als Ginkgo-Strategie in Unternehmen ist mittlerweile ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Kampf um hoch qualifizierte Arbeitnehmer geworden. Gerade die weichen Faktoren machen den Unterschied und sind nur allzu oft nicht im Fokus von Unternehmen.

Das Coaching ist von drei Hauptmaximen geprägt:

Ganzheitlichkeit

Die Betrachtungsweise eines Unternehmens als System ist für die Ganzheitlichkeit unerlässlich. In einem so umfangreichen und tief greifenden Coachingprozess an nur einer Stelle anzusetzen würde den gesamten Veränderungsprozess von vorneherein zum Scheitern verurteilen.

Die Ganzheitlichkeit ermöglicht ein umfassendes Bild mit allen möglichen Ansatzpunkten und deren Priorisierung. Hier ist auch schon die Variabilität des Coachings zu erkennen.

Gerade im Bereich der Bestandsaufnahme wird ein großer Wert auf Gespräche und Befragungen auf allen Ebenen des Unternehmens gelegt. So wird die Ökologie gewährleistet und die Brücke zur Nachhaltigkeit gelegt.

Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit der Ginkgo-Strategie wird besonders durch Erfolgkontrollen und nachbereitende Gespräche und Befragungen gewährleistet. Diese erstrecken sich, je nach Wunsch des Kunden, auf 6 Monate bis 5 Jahre. In dieser Zeit sind Nachbesserungen, Ziel-Optimierungen und die Anpassung an sich verändernde Gegebenheiten im Fokus des Coaches. Die Messbarkeit in subjektiver Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, sowie in objektiven Parametern wie den durchschnittlichen krankheitsbedingten Fehltagen sind als Benchmark-Werte für den Kunden gedacht und werden mit ihm erörtert.

Variabilität

Variabilität ist nicht nur die Erfolgsgarantie im Coaching, es zeigt auch die erheblichen Möglichkeiten der innewohnenden Prinzipien. Die Bandbreite der möglichen Interventionen reicht von kleinen Ansätzen mit wenig Veränderung – aber schon einer Etablierung einer Perspektive – bis hin zum Gesamtpaket. Lediglich die Ganzheitlichkeit ist in kleineren Interventionsmaßnahmen nicht immer gegeben, was aber nichts an der Sichtbarkeit der Verbesserungen ändert.

Mehr Resilienz – Ziele und Ergebnisse des Coachings

Im Rahmen der Coachings gibt es eine Vielzahl an positiven Effekten für das Unternehmen, wie auch für jeden einzelnen Arbeitnehmer. Besonders die Nachhaltigkeit steht im Vordergrund, diese wird über verschiedene Monitorings in den nächsten Jahren überwacht und sichergestellt.

Positive Effekte des Ginkgo-Prinzips im Rahmen eines Work-Life-Coachings für das Unternehmen und die Gesellschaft:

• Steigerung der Leistungsfähigkeit und Produktivität des Unternehmens

• Verbesserung der Produkt- und Dienstleistungsqualität

• Steigerung von Kreativität, Innovation und Lösungsorientierung

• Verbesserung der Corporate Identity und des Unternehmensimages

• Größere Planungsqualität

• Verringerung des Krankenstandes

• Verringerung des Absentismus

• Verringerung von Fluktuationen

• Verringerung der Unfallzahlen

• Steigerung der Mitarbeiterbindung

• Optimierung der Gewinnung hochqualifizierter Mitarbeiter

• Leichtere Identifikation unproduktiver Mitarbeiter

• Verbesserung des Betriebsklimas und der innerbetrieblichen Kooperation

• Effizientere Kommunikation

• Verbesserung des Work-Flows und des Wissensmanagement

• Senkung der Immobilien, Energie und Einrichtungskosten

• Senkung der Kosten im Gesundheitssystem

Positive Effekte des Ginkgo-Prinzips im Rahmen eines Work-Life-Coachings für den Einzelnen:

• Verbesserung der Beziehung zu Vorgesetzten und Kollegen

• Verbesserung der Lernfähigkeit und der Konzentrationsfähigkeit

• Flexibilität im Denken und im Generieren von Verhaltensalternativen

• Einen umgerechnet höheren Stundenlohn

• Verbesserung der emotionalen Befindlichkeit

• Steigerung des Wohlbefindens

• Steigerung des Selbstbewusstseins und des Stolzes

• Emotionale Stabilität und verbesserter Umgang mit Anforderungen

• Verringerung von ungesundem Stress

• Vorbeugung von langfristigen Stressfolgen (körperlich und seelisch)

• Verringerung gesundheitlicher Beschwerden und psychischer Störungen

• Aufbau von Gesundheitskompetenz

• Mehr Freude, Zufriedenheit und Glück bei der Arbeit

• Möglichkeit zu persönlicher Entwicklung durch Reisen, Hobbys, ehrenamtliche Arbeit

• Mehr Zeit, um Alltagsanforderungen gerecht zu werden

Resilienz und Stress allgemein

Der Job ist heute tatsächlich Stressfaktor Nummer 1! 80 % der Deutschen leiden unter Stress, 32 % haben Dauerstress und 40 % rechnen damit, dass der Druck im persönlichen und beruflichen Umfeld in den nächsten Jahren weiter zunimmt. (forsa-Befragung der Techniker Krankenkasse, 2009) Vor allem gut qualifizierte Arbeitskräfte wie Führungspersonen, Techniker, Wissenschaftler und Bürokräfte nehmen Spitzenpositionen auf der Stressskala ein. (Europäische Umfrage über die Arbeitsbedingungen, 2000) In vier von fünf Unternehmen arbeiten Beschäftigte unter hohem Zeit- und Leistungsdruck. Die Uno meldet, dass sich Stress regelrecht zur Epidemie entwickelt und die Weltgesundheitsorganisation hat Stress zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt.

Unternehmen und Gesundheitssystem werden jährlich durch Frühberentungen, psychische Krankheiten und Fehlzeiten mit Milliarden Verlusten belastet. Rund 60 % der Fehlzeiten können auf beruflichen Stress zurück geführt werden. (Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz) Außerdem gilt Stress nach Rückenschmerzen als das zweithäufigste berufsbedingte Gesundheitsproblem. (Weißbuch 2006) Dabei sei mal kritisch dahingestellt, ob sich berufsbedingte Rückenschmerzen sauber von Stress trennen lassen. Glatte 60 % der Arbeitnehmer glauben selbst an die negativen Auswirkungen ihrer Arbeit auf die eigene Gesundheit – sie fühlen sich erschöpft und geschwächt. (D. Merllié und P. Paoli, 2002)

Überall lesen und hören wir Zahlen. Was stimmt, was ist fundiert, was unseriös, woran können wir uns halten? Sicherlich ist es schwierig, solch ein komplexes Konstrukt wie Stress in ein paar Zahlen zu fassen und ihnen dann uneingeschränkte Geltung einzuräumen. Das wird spätestens dann klar, wenn wir uns einmal ausgiebig mit der Fehlbarkeit von Statistiken und Untersuchungen auseinandersetzen. Ich traue keiner Statistik blind. Doch fühle ich mich schon beim Lesen der aktuellen Zahlen über Stress in Deutschland überflutet und gestresst. Denn wir können in dem ganzen Zahlen-Wust einen gewissen Trend erkennen. Einen Trend in Richtung eines „Zuviels“, manchmal auch kombiniert mit einem „Zuwenig“ – ein gesundheitsschädliches Ungleichgewicht. Immerhin werden tatsächlich 70 % aller Krankheiten mit Stress in Verbindung gebracht. Wir bemerken die negativen Auswirkungen überhöhter Anforderungen allerdings erst, wenn es zu spät ist.

Resilienz und Stress als biologisches Prinzip

„Stress ist unser ständiger Begleiter, so lange wir leben. Er sitzt mit uns am Tisch, er geht mit uns schlafen, er ist dabei, wenn leidenschaftliche Küsse ausgetauscht werden. Manchmal geht uns seine Anhänglichkeit auf die Nerven; dennoch verdanken wir ihm jeden persönlichen Fortschritt und erreichen durch ihn immer höhere Stufen geistiger und körperlicher Weiterentwicklung. Er ist die Würze des Lebens“, schreibt der Urvater des Stressphänomens Prof. Dr. Hans Selye (1907-1982).

Der Begriff Stress stammt aus dem Englischen und bedeutet Druck, Anspannung, Anstrengung, Beanspruchung. Was steckt tatsächlich hinter diesem facettenreichen Konstrukt? Angesichts der vielen heute kursierenden Definitionen keine leicht zu beantwortende Frage. Im Grunde verbindet die meisten Erklärungen folgende Kernaussage: Stress ist ein Spannungszustand, der entsteht, wenn etwas Unerwartetes passiert oder wir uns einer neuen oder schwierigen Situation gegenüber sehen und erwarten, die Herausforderungen mit unseren zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht bewältigen zu können. Dazu gehören Lebensereignisse oder -situationen wie der Tod eines geliebten Menschen, ein folgenschwerer Verkehrsunfall, die Scheidung vom Ehepartner, aber auch Überforderungen im Job und Konflikte mit Kollegen. Ebenso können alltägliche Ärgernisse an der Stressreaktion des Organismus beteiligt sein, also Dinge, die für sich genommen eher unerheblich wirken, wie der allmorgendliche Verkehrsstau auf dem Weg zur Arbeit, störende Geräusche oder abwertende Kommentare von Kollegen.

Im Vordergrund steht – angeregt durch die Überlegungen des Stressforschers Richard Lazarus – die subjektive Bewertung der jeweiligen Situation. Stress entsteht im Kopf und zwar dann, wenn bewusst oder unbewusst ein Kontrollverlust über das potenzielle Stressereignis wahrgenommen wird, weil die verfügbaren Möglichkeiten als unzureichend für die Anforderung beurteilt werden. Man merkt, dass man etwas nicht schafft. Dann erst reagiert unser Körper. „Entscheidend ist nicht, was mit jemandem geschieht, sondern wie er es aufnimmt.“ (Prof. Dr. Hans Selye)

Allerdings vernachlässigen die heutigen Definitionen, dass dieser Bewertungsmechanismus nicht zwangsläufig immer greift. Denn auf physiologische Stressoren, die direkten Einfluss auf unsere Zellen nehmen – sei es mangelnder Sauerstoffgehalt in der Luft, Sonneneinstrahlung oder Bewegung der Muskeln – reagiert der Organismus reflexartig und ohne komplizierte Umwege. Stress kann dementsprechend jeder erdenklichen Situation entspringen, die unseren Körper vom Normalzustand abweichen lässt und Anpassung verlangt – egal ob kognitive Beurteilungsprozesse zwischen-geschaltet sind oder eben nicht. „Der biologische Stressmechanismus läuft immer dann ab, wenn der Körper gefordert wird.“ (Prof. Dr. Hans Selye)

Diese Erklärung schließt ein neutrales Verständnis von Stress ein. Tatsächlich handele es sich zunächst um ein biologisches Prinzip, bestätigt Tobias Esch, Stressforscher an der Hochschule Coburg und der State University von New York. Und mehr noch: Stress ist ein lebenserhaltender Prozess, der die Funktionstüchtigkeit und das körperliche Gleichgewicht unseres Organismus durch ausgeklügelte Anpassungsmechanismen sichert. „Wir brauchen Stress, um zu leben.“ (Peter Heilmeyer, Leiter der Reha-Klinik Überruh in Isny bei Ravensburg und Autor des Bestsellers „Gesund durch Stress“) Beispielsweise bedeutet jegliche Art von Aktivität Stress für unsere Zellen, weil sie den Organismus sanft schädigen und die gezielten Gewebsläsionen den Austausch alter, funktionsgeminderter Zellen durch neue und leistungsfähigere anregen. Außerdem lernen wir durch Stress. Während wir Anforderungen bewältigen, generieren wir Handlungsalternativen, die in der nächsten Situation wieder angewendet werden können. „Stress sorgt dafür, dass wir uns entwickeln.“ (Joachim Kugler von der Technischen Universität Dresden)

Vor dem Hintergrund der vorangehenden Erläuterungen bildet Selyes Definition von Stress eine Zusammenfassung, die kaum mehr missverstanden werden kann: „Stress ist die Summe aller Adaptationsvorgänge und Reaktionen körperlicher wie psychischer Art, mit denen ein Lebewesen auf seine Umwelt und die von innen und außen kommenden Anforderungen reagiert.“

Resilienz und Stress – Flucht oder Kampf

Vor Millionen von Jahren bewahrte der Stressmechanismus unsere Vorfahren vor dem sicheren Tod. Standen sie auf der Jagd einem Säbelzahntiger oder einem Mammut gegenüber, mobilisierte ihr Körper innerhalb von Sekunden alle verfügbaren Ressourcen, damit sie handeln konnten. Kampf oder Flucht! Die körperliche Bewegung regulierte ihr Stresssystem wieder herunter und brachte den Organismus in seinen Gleichgewichtszustand zurück. So auch noch bis ins letzte Jahrhundert: „Früher, als noch mehr körperlich gearbeitet wurde, gab es sofort einen Ausgleich durch Bewegung.“ (Dr. Peter Heilmeyer bei www.manager-magazin.de)

Heute hingegen ist es anders: Die Arbeit ist geistig-kreativer Natur und entbindet weitgehend von körperlicher Aktivität, der Stress wird nicht ausgelebt und staut sich an. Während der Urzeitmensch seine Keule schwang, um den Stress zu minimieren, hauen Menschen heute ihre PCs in Stücke – sie haben keinen körperlichen Ausgleich mehr für die bereitgestellte Energie.

Oder aber die Reaktion läuft ins Leere, so dass sich die freigesetzten Energien dauerhaft gegen den eigenen Körper richten. Die vielen Stressoren, mit denen wir es heute zu tun haben wie Termindruck oder Konflikte lassen den Körper in chronischer Alarmbereitschaft verharren. Langfristige Folgen: Ermüdung, Erschöpfung, Zusammenbruch. Was einst natürlich und lebensnotwendig war, wird heute zur Bedrohung. Wir brauchen dringend einen Ausgleich, sonst gehen wir unter.

Resilienz und Stress als Überlebensinstinkt

„Stress ist eine Form von Ignoranz. Dem Gestressten erscheint alles als Notfall.“ (Natalie Goldberg) Stress ist eine Notfallreaktion, die zur Sicherung des Überlebens innerhalb der nächsten Minuten bestimmt ist. Der Organismus kann durch die Aktivierung seines Alarmsystems blitzschnell auf drohende Gefahren reagieren – mit verbesserter Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft. Die aktuelle Situation – ein drängender Abgabetermin, ein Konfliktgespräch oder ein Stau – löst Signale aus, die in das limbische System unseres Gehirns wandern. Dort werden sie bewusst oder unbewusst mit unseren Vorerfahrungen verglichen und als bedrohlich oder unbedenklich eingestuft.

Denken wir an den Steinzeitmenschen: Innerhalb von Sekunden wird sein gesamter Körper mit Sauerstoff und Blutzucker versorgt, seine Pupillen und Bronchien weiten sich, er atmet schneller, seine Muskeln spannen sich an, er beginnt zu schwitzen und verspürt Angst. Seine Sinne schärfen sich und sein Gehirn arbeitet auf Hochtouren. „Ich muss den Tiger im Auge behalten. Am besten treffe ich ihn mit dem Pfeil schräg von der Seite. Langsame Bewegungen, sachte, sachte.“ Es knackt im Gebüsch. Der Tiger setzt zum Sprung an. „Jetzt muss ich schnell reagieren…“ Funktionen, die der Urzeitmensch in dieser Notsituation nicht benötigt wie Immunabwehr, Verdauungs- und Sexualfunktionen, werden gehemmt. Es geht um die Rettung des Organismus in genau diesem Moment – Kampf oder Flucht!

Der Tiger ist erlegt. Er hat den Menschen mit seinen Krallen an den Beinen verletzt. Doch das Blut gerinnt schnell, Schmerzen spürt er kaum und erst, als er sich aufmacht, die erlegte Beute in seine Höhle zu bringen, spürt er den Druck seiner gefüllten Blase. Abends sitzt er zusammen mit seiner Familie am Feuer. Sein Stresssystem hat sich wieder herunter reguliert und sein Körper erholt und regeneriert sich. Im Schlaf hinterlassen die Erfahrungen Gedächtnisspuren in seinem Gehirn. Der Organismus hat die Situation bewältigt und gelernt. In Zukunft wird er noch reaktionsschneller und anpassungsfähiger sein.

In Wirklichkeit sind die Regelkreisläufe erheblich komplexer. Verschiedenste Botenstoffe, Hormone, Zellen und Prozesse sind daran beteiligt und sorgen für das körperliche Gleichgewicht. Die fein aufeinander abgestimmten Selbstregulationsmechanismen machen bei dauerhafter Alarmbereitschaft allerdings schlapp, denn das System ist lediglich zum Überleben in akuten, kurzen Stressphasen gemacht.

„Stress ist ein zweischneidiges Schwert. Wir brauchen ihn, um einen einzigen Tag zu überleben. Gleichzeitig kann er Menschen zum Verhängnis werden.“ (Stressforscher Bruce McEwan von der Rockefeller University)

Resilienz und Funktionsweise von Stress

Bei Gefahr wird der Hypothalamus aktiviert und damit auch zwei wichtige Signalbahnen: das schnell reagierende sympathische Nervensystem mit dem Nebennierenmark (SAM), welches Adrenalin und Noradrenalin in den Blutkreislauf freisetzt, und die etwas langsamer funktionierende Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPNA), die eine entscheidende Rolle bei der Cortisolausschüttung spielt.

Adrenalin steigert die Reaktionsbereitschaft, den Sauerstofftransport, die Kraftentfaltung und die Energiebereitstellung – erhöhter Herzschlag, erweiterte Pupillen und Bronchien, gesteigerte Atemfrequenz, mit Sauerstoff und Blutzucker versorgte Muskeln, aktiviertes Gehirn, verstärkter Schweißfluss und erleichterte Blutgerinnung bringen den Körper auf Startposition.

Etwas verzögert schüttet der Hypothalamus CRH und Vasopressin in die Blutbahn. CRH erzeugt Angst und eine Schärfung der Sinne, erhöht die Aufmerksamkeit, führt zu Appetitlosigkeit und zur Verringerung der Libido. Angekommen an der Hypophyse, dem Hormonzentrum des Gehirns setzt CRH das Stresshormon ACTH frei, das über den Blutkreislauf das Nebennierenrindenmark erreicht und dort die Produktion und Aussonderung von Glucocorticoiden, hauptsächlich Cortisol, aktiviert. Cortisol – ein kleines, aber effektives Mittelchen, um den Körper in Aufruhr zu bringen. Es unterstützt die Wirkungen der SAM-Achse. Außerdem erhöht es die Zuckerkonzentration im Blut, stellt Fettsäuren für den Energiestoffwechsel bereit und hemmt Entzündungsreaktionen sowie Teile des Immunsystems.

Unser Organismus ist ein selbstregulatives System. Deshalb existieren viele negative Rückkopplungsmechanismen, die den Körper wieder in einen Gleichgewichtszustand zurück bringen. Neben seinen aktivierenden Wirkungen hemmt Cortisol die Bildung der Stresshormone ACTH und CRH. Andere, zeitlich etwas verzögert abgegebene Hormone wie schmerzdämpfende Opioide und das Antistresshormon Oxitoxin, Funktionen des Parasympathikus und der langsame Abbau von Adrenalin und Noradrenalin durch Enzyme steuern ebenfalls der Aktivierung entgegen.

Resilienz und Eustress und Distress

Unter Eustress wird positiver Stress verstanden, das heißt, bewältigbare, aktivierende Ereignisse, die als Herausforderungen wahrgenommen werden.
Distress ist per Definition negativer Stress. Er entsteht, wenn die Ressourcen zu niedrig sind, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Resilienz und Prokrastination

Prokrastination bedeutet umgangssprachlich Aufschieberitis. Leidet man an Prokrastination, hat man die Angewohnheit, notwendige, aber unangenehme Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen. Frei nach dem Motto: „Verschiebe nicht auf morgen, was genauso gut auf übermorgen verschoben werden kann.“

Mit NLP Coaching können hier sehr gute Erfolge erzielt werden. Auch funktionale Module wie BusinessNap können den inneren Schweinehund bändigen.

Resilienz und Spiegelneuronen

Der italienische Neurowissenschaftler Giacomo Rizzolatti machte 1995 mit seinen Mitarbeitern eine sensationelle Entdeckung: Er fand heraus, dass es im Gehirn bestimmte Neuronen gibt, die uns dazu bringen, die Emotionen und Handlungen unseres Gegenübers aufzugreifen und zu imitieren. Das Forscherteam beobachtete die Aktivität eines Handlungsneurons bei einem Affen. Das Neuron war immer dann aktiv, wenn das Tier seinen Arm nach einer Nuss ausstreckte. Die Wissenschaftler stellten fest, dass diese Nervenzelle aber auch dann „feuerte“, wenn der Affe nur beobachtete, wie jemand anderes nach der Nuss griff.

Inzwischen ist bestätigt, dass es die so genannten Spiegelneuronen auch beim Menschen gibt. Doch im Gegensatz zum Affen funktioniert das Phänomen auch, wenn die Person sich die betreffende Handlung lediglich vorstellt.

Kein Wunder also, dass der menschliche Gesichtsausdruck einen so gravierenden Einfluss auf das Erleben und Verhalten von Menschen hat. Studien bestätigen sogar, dass Vorgesetzte, die negatives Feedback mit einem Lächeln formulieren, zufriedenere Mitarbeiter haben, als Chefs, die mit kritischer Miene Lob aussprechen.

Resilienz, Stress und Mitarbeiterbindung

Wenn wir nicht wissen, wo unsere Überlastung im Job genau herkommt, schieben wir die Ursache – wenn auch nicht immer bewusst – pauschal unserem Arbeitgeber zu. Darunter leidet die Bindung ans Unternehmen. In gewisser Weise enthält diese gedankliche Verknüpfung ein kleines – hin und wieder auch ein großes – Fünkchen Wahrheit, das müssen Sie zugeben. Das Unternehmen trägt schließlich zum Stress der Mitarbeiter bei.

Wenn der Arbeitnehmer allerdings wahrnimmt, dass sich sein Arbeitgeber aktiv für die Verbesserung seiner Lebensqualität, seines Wohlbefindens und seiner Gesundheit einsetzt, kann er sich auch mit der unternehmerischen Zielsetzung besser identifizieren. Kein unbedeutender Punkt, wenn man bedenkt, dass lediglich 13 % der deutschen Mitarbeiter eine hohe Bindung an ihr Unternehmen haben und sich engagiert einsetzen, 67 % Dienst nach Vorschrift machen und 20 % sogar schon innerlich gekündigt haben und destruktiv handeln. (Gallup-Studie, 2008)

Resilienz und Stresssymptome

• Irritationen und Aggressionen

• Angst und Furcht

• Übererregbarkeit und Impulsivität

• Emotionale Instabilität

• Depression

• Langeweile

• Konzentrationsprobleme

• Müdigkeit

• Gedankenüberflutung

Verhalten

• Erhöhter Konsum von Alkohol, Tabak, Kaffee und Medikamenten

• Exzessives Fernsehen

• Schlafstörungen

• gestörtes Ernährungsverhalten

• Sexuelle Probleme

• Bewegungsverweigerung

• Aufschieberitis

• Delegationshemmung

• Chronischer Zeitdruck

Körper

• Herzklopfen, Zittern, nervöse Ticks

• Zähneknirschen, trockener Mund

• Verstärktes Schwitzen

• Magen-Darm-Probleme

• Steifer Nacken, Rückenschmerzen

• Migräne oder Spannungskopfschmerzen

• Schnupfen, kalte Füße und Hände

• Allergien oder Asthmaanfälle

• Hautprobleme

• Kieferverspannung

• Schnelle, flache Atmung

• Druckgefühl im Hals und Kopf

• Druckgefühl in der Herzgegend

Resilienz und Karoshi

Karoshi (jap. Tod durch Überarbeitung) bezeichnet in Japan den plötzlichen berufsbezogenen Tod. Todesursache ist meist ein durch Stress ausgelöster Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der erste Fall von Karoshi wurde 1969 gemeldet, als ein 29-jähriger verheirateter Angestellter in der Versandabteilung der größten japanischen Zeitung einen Hirnschlag mit tödlichen Folgen erlitt.

Die Medien wurden erst Ende der 80er auf dieses Phänomen aufmerksam, nachdem mehrere geschäftsführende Manager im mittleren Alter ohne vorherige Anzeichen einer Erkrankung unerwartet verstarben. Heute sind in Japan bereits rund 40 Kliniken auf Karoshi-gefährdete Fälle spezialisiert. Jährlich sterben in der Gruppe der 20 bis 59-Jährigen um die 35 000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall. Schätzungen zufolge sind ein Drittel dieser Fälle arbeitsbedingt (mehr als 10 000 Menschen) und bei 5 % (1 000 Menschen) wird die Todesursache auf Karoshi zurückgeführt.

Resilienz – Stress und Körperhaltung

Bereits leichte Fehlstellungen im Bewegungsapparat können Stress in unserem Nervensystem verursachen. Durch langes Sitzen, wenig Bewegung oder Unfälle verschieben sich unsere Gelenke häufig aus ihrer natürlichen Position und verändern die Statik unseres Körpers. Daraus entstehen in vielen Fällen Blockaden im Nervensystem, flache Atmung, Energiemangel, Muskelverspannungen und Schmerzen.

Auf der anderen Seite resultieren die körperlichen Fehlstellungen häufig aus Stresssituationen.

Emotionales Unwohlsein sorgt für Anspannung in den verschiedensten Körperregionen und für eine veränderte Haltung und Atmung. Beispielsweise verkrampft sich unsere Kiefermuskulatur unter anhaltendem Stress – wir „verbeißen“ uns in die Situation. Oder wir ziehen die Schultern nach oben – ein urzeitlicher Reflex, der unseren verletzlichen Hals vor Angriffen schützen sollte. Viele weitere Beschwerden, von Kopfschmerzen über Wirbelsäulenschmerzen bis hin zu Problemen in den Extremitäten, können mit Stress in Zusammenhang stehen. Bei chronischer Anspannung manifestieren sich diese Fehlstellungen und bleiben, selbst wenn kein akuter Stressor mehr vorhanden ist.

Die Lösung lautet hier Ergonomie. Als einen wichtigen Resilienz-Faktor kann man Ergonomie als Anpassung der Arbeit an den Menschen beschreiben. Anhand der entsprechenden Normen und individueller Anpassung der Umgebungsverhältnisse können Menschen so am Arbeitsplatz den Stress durch Fehlhaltungen vermindern. Hierbei sind die auf den Menschen eingestellten Hilfsmittel Stuhl, Tisch, Monitor und Tastatur genauso wichtig, wie die Umgebungsfaktoren Akustik, Klima und Beleuchtung – oder mit den 3 L beschrieben: Licht, Luft, Lärm. Um Ergonomie in Firmen zu vermitteln empfiehlt sich eine Ausbildung zum Ergonomie-Coach. HIER können Sie mehr zu dieser nützlichen Ausbildung erfahren.

Resilienz und Burn-out

„Ich fühle mich ausgebrannt, ausgelaugt und völlig erschöpft …“ Kommt Ihnen das bekannt vor? Wer hat Ähnliches nicht schon einmal von sich selbst behauptet? Das ist ein häufiges Phänomen unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Zeit, in der wir unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden müssen. Alarmierende Studien ergaben, dass 25 % der Erwerbstätigen in Deutschland, also fast neun Millionen Menschen, sich durch ihren Job verschlissen und erschöpft fühlen. (Emnid-Befragung im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Gesundheit und Soziales NRW) Eine hohe Dunkelziffer wird vermutet. Die Zahl der Krankschreibungen wegen Burnout ist innerhalb der vergangenen fünf Jahre um 17 % gestiegen. 2008 hatten deutsche Unternehmen mit fast 10 Millionen Fehltagen aufgrund von Burnout zu kämpfen. Das sind 40 000 Arbeitnehmer, die ein ganzes Jahr lang ausfallen. Bei einem durchschnittlichen Jahresverdienst von 30.000 Euro macht das eine finanzielle Belastung von 1,2 Millionen Euro. (Techniker Krankenkasse, Gesundheitsreport, 2008)

Wirtschaftliche Krisen beschwören die Anfälligkeit, frei nach dem Motto: Fallen die Kurse, steigt das Burnout-Risiko! Triftige Gründe, dieses Phänomen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Begriff Burnout wurde in den 70er Jahren vom Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger geprägt. Burnout ist ein „Zustand der Müdigkeit oder der Frustration infolge des Engagements für eine Sache, eine Lebensform oder eine Beziehung, das am Ende nicht die erwarteten Früchte trug.“ (Herbert J. Freudenberger) Die Wortschöpfung kommt vom englischen Verb „to burn out“ und beschreibt den Prozess des Ausbrennens, der von körperlicher und geistiger Überlastung herrührt. Er ist Folge einer chronischen Aktivierung der Stressachse.

Vor allem engagierte und leistungsstarke Menschen, die ihr Energiepotenzial lange und in hohem Maße einsetzen, sind Burnout gefährdet. „Sie können nur ausbrennen, wenn Sie zuvor Feuer und Flamme waren.“ (James Manktelow im Buch „Stress managen“) Es ist nicht bedeutsam, welchen Job wir machen, sondern vor allem wie, mit welcher Haltung und mit welcher Motivation. Burnout tritt auf, wenn die Belastung hoch ist und wir sie als dauerhaft und unausweichlich erleben.

Der aktuellen Burnout-Forschung zufolge gibt es im Hinblick auf die Ursachen eine dynamische Wechselwirkung zwischen der Arbeitssituation und der Persönlichkeit. Wenn im Job Fairness, Respekt, Wertschätzung, eine angemessene Entlohnung oder Entscheidungsfreiräume fehlen, wenn widersprüchliche Anforderungen irritieren, soziale Konflikte belasten oder das Arbeitspensum die eigenen Kapazitäten übersteigt, dann ist eine Arbeitsüberlastung nichts Ungewöhnliches. Wenn persönliche Faktoren wie Perfektionismus, übertriebener Ergeiz, unrealistische Zielsetzungen, Zweifel an den eigenen kommunikativen Fähigkeiten und Überidentifikation hinzu kommen, ist ein Burnout vorprogrammiert.

Emotionale und körperliche Erschöpfung, Leistungsabfall und Depersonalisation sind die Folge.

Die Symptome sind vielschichtig: Von Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, verminderter Leistungsfähigkeit und Kreativität über Erschöpfungs- und Angstzustände, Ohnmachtsgefühle, Lustlosigkeit, Energiemangel bis hin zu Selbstzweifel, Aggressivität, Erleben von Fremdbestimmtheit, sozialem Rückzug und Flucht in die Sucht oder in den Selbstmord. Darüber hinaus leiden die Betroffenen häufig unter körperlichen Beschwerden ohne organischen Befund wie labiler Blutdruck, Brustschmerzen, Atemnot, Kopf- und Rückenschmerzen, Hörsturz, Impotenz, Zyklusstörungen, Bandscheibenvorfällen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren und und und.

„Das Hauptmerkmal des klassischen Burnout-Syndroms und gleichzeitig auch das größte Problem ist aber die Verleugnung.“ (Gabriele Kypta im Buch „Burnout erkennen, überwinden, vermeiden“) Häufiger folgt ein kompletter Zusammenbruch, weil die eigene Hilfsbedürftigkeit zu spät erkannt wird. Stationäre Behandlung und psychologische Betreuung werden notwendig, Umschulungen und Frühpensionierungen müssen in Anspruch genommen werden. Der Übergang zu Depressionen ist oft fließend. Allerdings hat Burnout im Gegensatz zur Depression immer mit Arbeitsleistung und Arbeitsengagement zu tun. „Eines der Symptome eines drohenden Nervenzusammenbruchs ist das Gefühl, dass die eigene Arbeit etwas ganz schrecklich Wichtiges ist.“ (Bertrand Russell)

Meist erstreckt sich der Prozess des Ausbrennens über eine lange Zeit, manchmal über Jahre oder Jahrzehnte. Zu Beginn zeigen die Betroffenen Kampfgeist und eine geradezu idealistische Begeisterung. Dann kommen Gefühle der Unentbehrlichkeit auf, die eigenen Bedürfnisse werden verleugnet. Sarkasmus und Zynismus beherrschen die Stimmung. Es folgt eine Phase der Frustration und des Rückzugs. Motivation, Leistungs- und Entscheidungsfähigkeit sowie Zufriedenheit und Empathie nehmen ab, während sich Planlosigkeit, Geistesabwesenheit, Apathie, Misstrauen und Gefühle der Austauschbarkeit verstärken. Bewegung findet entweder im Übermaß statt oder minimiert, das Essverhalten ist gestört, die Krankheitsanfälligkeit steigt und die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit wird massiv angezweifelt. Am Ende siegen Isolation, innere Erstarrung, emotionale Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit und Resignation. „Ich kann machen, was ich will, es ändert sich ja doch nichts.“ Das gesamte Leben verflacht, es kommt zu Unfällen, suizidalen Tendenzen, Panikattacken, zum Verlust der Libido, zu Suchtverhalten und zu psychosomatischen Reaktionen. Die Betroffenen sind desillusioniert und befinden sich in einer Sinnkrise. Dann der komplette Zusammenbruch. Was tun?

Anfängliche Hilflosigkeit bis sich einige praktische Empfehlungen finden, die auch bedeutsam sind, wenn wir uns noch nicht in die letzte Phase der Überlastung hinein gestresst haben:

Den Akku wieder aufladen! Dazu gehören ausgewogene Ernährung und bewusstes Essen, regelmäßige sportliche Aktivitäten, Hobbies, Familien- und Freundschaftszeiten. Außerdem die Reduzierung des Genussmittelkonsums, Erholungsphasen und Entspannungstechniken. Dabei ist es wichtig, den eigenen Rhythmus zu finden – weder Adrenalinjunkies noch Coachpotatoes sind gesund und attraktiv.

Die Arbeit gestalten! Es ist wichtig, das Arbeitspensum und die tägliche Informationsflut zu verringern und neue Aufgaben zu übernehmen, die Spaß machen. Man sollte sich erlauben, Fehler zu machen, seine Zeit großzügiger planen und die eigene Erreichbarkeit reduzieren. Wer auch mal „Nein“ sagt, seine Belastungsgrenzen klar absteckt und Unterstützung in Anspruch nimmt, der ist auf dem richtigen Weg aus der Erschöpfungsspirale. Hilfreiche Maßnahmen von Seite des Arbeitgebers sind unter anderem Gespräche, in denen die berufliche Perspektive des Mitarbeiters abgeklärt wird und Gesundheitszirkel. Bei mangelnder Unterstützung sollten Betroffene in Betracht ziehen, den Job zu wechseln, vor allem wenn die eigenen Vorstellungen von Arbeit von der gegenwärtigen Arbeitskultur im Unternehmen abweichen.

Die Überlastungskrise kann auch als Chance für eine Neuorientierung gesehen werden, als Möglichkeit, das Leben und die persönlichen Ziele neu zu bewerten. Was will ich eigentlich mit meiner Zukunft anfangen? Wo liegen meine Prioritäten? Welche neuen Fähigkeiten möchte ich mir erarbeiten? Welche Leidenschaften schlummern in mir? Arbeite ich, um zu leben oder lebe ich, um zu arbeiten? Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse kennen zu lernen und die eigenen Grenzen und Bereitschaften zu verteidigen. „Dieselbe Kraft, Energie und Willensstärke, mit der Sie sich in diese missliche Lage gebracht haben, können Sie nutzen, um wieder herauszukommen.“ (Gabriele Kypta in ihrem Buch „Burnout erkennen, überwinden, vermeiden“)

Mehr Resilienz – Boreout

Das Boreout-Syndrom als Gegenstück zu Burnout. Eine neue Modekrankheit? Tatsächlich, auch Unterforderung ist heute eine kritische Geschichte, auch wenn es bisher – ähnlich wie bei Burnout – noch keine Diagnose für das Boreout-Syndrom gibt, es kaum durch Studien gesichert ist und nicht als klinisches Krankheitsbild anerkannt wird. Wer möchte sich schon gerne „auslangweilen“?

Die Bestsellerautoren und Erfinder des Phänomens Peter R. Werder und Philippe Rothlin beschreiben Unterforderung (das Gefühl mehr leisten zu können), Langeweile (Lustlosigkeit und Ratlosigkeit, weil nichts zu tun ist) und Desinteresse (fehlende Identifikation mit der Arbeit) als die herausragenden Merkmale eines Boreout.

Einst motivierte Menschen werden durch einen Mangel an interessanten Aufgaben und Verantwortung faul gemacht. Wenn der Job zu Tode langweilt, resultieren Müdigkeit, Lustlosigkeit, Gereiztheit, Frustration. Das kann bis hin zu depressiven Anzeichen gehen. Boreout entsteht vor allem dort, wo Arbeitsresultate nicht direkt messbar sind. Dabei sind Schreibtischjobs besonders gefährdet, da sie dazu verlocken, die Zeit zu vertrödeln und sich ablenken zu lassen. Man surft im Internet, plant den nächsten Urlaub oder kommuniziert mit Freunden. Aufgrund der Unzufriedenheit und weil Nichtstun gesellschaftlich im Gegensatz zu Stress verpönt ist, wenden die Betroffenen Tricks an, um ihre Ineffizienz oder ihren Mangel an Arbeit zu verheimlichen. Sie bleiben bis spät abends im Büro, lassen ihre Schreibtischlampe brennen, machen möglichst viel Lärm mit der Tastatur oder dem Umherwälzen von Aktenordnern oder ziehen ihre Arbeit künstlich in die Länge. Das Fatale daran, die Strategien machen noch unglücklicher. Eine unangenehme Vorstellung, bei der Arbeit nichts zu tun zu haben!
Beim Absitzen von Stunden, in denen man einfach nur auf den Feierabend wartet, scheint sich die Zeit zu verlangsamen.

Jeder Mensch braucht positive Herausforderungen, um gesund zu bleiben. Langeweile reduziert langfristig das Selbstbewusstsein durch fehlende Anerkennung und ausbleibenden Erfolg. Betroffene sollten sich Tätigkeiten suchen, die Spaß machen, spannend und anregend sind und ihnen nicht jeden Tag das Gefühl geben, wieder arbeiten gehen zu müssen, sondern zu dürfen! Ziel: Aufgaben, denen man gewachsen ist an denen man wachsen kann.

Die Zahlen der Gallup-Studie von 2008 verdeutlichen, wie wichtig gute Arbeitsbedingungen sind und ein Job, mit dem man sich identifizieren kann. Die Dienst-nach-Vorschrift-Macher und die innerlichen-Kündiger sind vermutlich am anfälligsten für den Langeweile-Stress.

Mehr Resilienz – Stressmodell

Was uns heute am Arbeitsplatz stresst, sind verschiedene bewusste, aber zunehmend auch unbewusste Faktoren. In einer Zeit, in der alles möglich ist, scheinen sich Stressoren, die permanent unser Wohlbefinden stören, geradewegs zu vermehren. Sie sammeln sich, paaren sich und ziehen in Seelenruhe ihre Nachkommen groß.

In unterschiedlichen Studien versuchen Forscher die häufigsten Stressursachen in der Arbeitswelt zu entlarven. Laut einer Umfrage des Forsa-Instituts von Januar 2009 liegen heute Termindruck und Hetze (52 %), Informationsüberflutung und ständige Erreichbarkeit (33 %) ganz vorne, danach folgen Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und Kollegen. In weiteren Studien zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Dauerstress und mangelnder Wertschätzung. Dazu gehören menschliche Anerkennung, Lob, sichere Beschäftigungsverhältnisse und eine angemessene Entlohnung: „Derzeit leidet ein Drittel der Erwerbstätigen in Europa an einer Gratifikationskrise.“ (Medizinsoziologe Prof. Dr. Johannis Siegrist bei www.spiegel.de) Das Gallup-Institut bestätigte 2004 schlechten Führungsstil und mangelhafte Ausstattung der Arbeitsplätze als Hauptgründe für Stress. Fest steht: Die Ursachen sind vielfältig.

Allerdings wissen gerade einmal 20 % der Unternehmen, was ihre Mitarbeiter stresst. (Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, 2004) Dabei haben Arbeitgeber seit 1996 laut Arbeitsschutzgesetz sogar die Verpflichtung, die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen. Zeit also, den Ursachen von Stress auf den Grund zu gehen.

Bei systematischer Betrachtung heutiger Büroarbeitsplätze, können wir die Quellen von Stress in vier Bereiche untergliedern: Arbeitsumgebung, Arbeitsorganisation, Kommunikation, Zustand der Person.

Stressoren der Arbeitsorganisation sind beispielsweise Arbeitszeiten, Pausen und Arbeitsumfang. Zu den Stressoren der Arbeitsumgebung zählen die ergonomische Einrichtung und Gestaltung des Arbeitsplatzes sowie die technische Ausstattung. In den Bereich der Kommunikation fallen Stressoren wie Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten, Kritik und mangelnde Anerkennung. Eine vierte Brutstätte der Stressverursacher liegt im individuellen Zustand der Person. Der körperliche Zustand wird von den Genen und dem individuellen Gesundheitsverhalten bestimmt: Genetisch bedingte Stressanfälligkeit, Schlaf- und Ernährung, Krankheiten und Drogeneinwirkungen spielen hier eine Rolle. Der psychische Zustand ist abhängig von der Persönlichkeit, zum Beispiel von Gewissenhaftigkeit, Lebhaftigkeit, Empfindsamkeit. Und von den individuellen Überzeugungen wie „Ich darf keine Fehler machen“ oder „Wer viel arbeitet, der schafft viel“.

Dabei bleibt die Ursache-Wirkungs-Frage häufig ungeklärt. Was war zuerst? Die Henne oder das Ei, der Stress oder die Schlafprobleme, die Konflikte mit den Kollegen oder der Bewegungsmangel? Stressoren rufen Stress hervor, können aber gleichzeitig auch Belastungsfolgen sein. Ein so komplexes Wirkungsgefüge, welches das Thema Stress umspannt, ist zwar nicht so leicht durchschaubar, birgt aber dafür umso mehr Hebel, die bewegt werden können, damit etwas in Gang kommt.

Stressoren der Arbeitsumgebung

• Sinnesüberreizung
• Mangelreizung z.B. durch triste Umgebung, Eintönigkeit und Routinetätigkeiten
• Lärm und störende Geräusche
• Kälte und Hitze
• Dunkelheit und unangepasste Lichtverhältnisse
• Luftverschmutzung, wenig Sauerstoff
• Räumliche Enge und Bewegungseinschränkung
• Mangelnde Ergonomie des Arbeitsplatzes

Stressoren der Arbeitsorganisation

• Mangelnder Informationszugang
• Strenge Arbeitszeiten, Nachtschichten, Wochenendarbeit und Überstunden
• Keine Pausen und unangemessene Pausenregelungen
• Überforderung (Burnout-Syndrom)
• Unterforderung (Boreout-Syndrom)
• Zeitdruck durch unrealistische Abgabetermine

Stressoren der Kommunikation

• Konflikte mit Kollegen und Vorgesetzten
• Kritik
• Mobbing
• Unfreundlichkeit
• Managementstil
• Ärger
• Mangel an Lob und Anerkennung

Körperliche Stressoren

• Schlafmangel, Schlafüberfluss, Müdigkeit und Nachtarbeit
• Krankheit
• Schmerzen
• Drogeneinwirkung (Nikotin, Koffein, Amphetamin…)
• Nahrungsmangel oder -überfluss
• Flüssigkeitsmangel
• Fehlstellungen in den Gelenken

Genetische Disposition

• Geringe Widerstandskraft
• Geringe Belastbarkeit

Psychische Stressoren

• Leistungsdruck
• Hohe Ansprüche
• Informationsüberflutung
• Zielkonflikte
• Einstellungen und Überzeugungen
• Psychische Störungen

Persönlichkeitsfaktoren

• Gewissenhaftigkeit
• Dominanz
• Lebhaftigkeit
• Besorgtheit
• Perfektionismus
• Empfindsamkeit

Überzeugungen

• Ich muss immer perfekt sein.
• Ich darf keine Fehler machen.
• Stress ist ein Zeichen von Leistung.
• Pausen sind ein Zeichen von Schwäche.
• Wer viel arbeitet, schafft viel.
• Wer viel anwesend ist, der arbeitet viel.

Resilienz – Das Ginkgo-Prinzip

Das Ginkgo-Prinzip setzt am Stressmodell an. Um Stressursachen in den Bereichen Kommunikation, Arbeitsorganisation und Überzeugungen zu begegnen, müssen wir eine Arbeitskultur schaffen, in der Selbstbestimmung im Vordergrund steht. Eine mentale Betrachtungsweise ist gefragt. Um Stressursachen im Bereich der Arbeitsumgebung zu bekämpfen, müssen wir Raumkonzepte umsetzen, die ergonomisch, ästhetisch und sinnlich sind. Eine lokale Betrachtungsweise ist erforderlich. Und um Stressursachen im Bereich Gesundheit anzugehen, müssen wir uns Themen wie Schlaf, Regeneration, Bewegung und Ernährung widmen. Eine funktionale Betrachtungsweise ist notwendig.

Durch die Veränderung jeder einzelnen Stellschraube können wir viel bewirken. Beziehen wir alle drei Ansatzpunkte mit ein, eröffnet sich uns eine Lebensperspektive, die von Erfolg, Wohlbefinden und Gesundheit geprägt ist.

Resilienz – Arbeit – gestern und heute

Der Begriff Arbeit hat sich über Jahrhunderte entwickelt und begegnet uns immer und überall. Dennoch ist uns nicht bewusst, was für eine Bedeutung sich hinter dem Wort verbirgt, dass so unverdächtig alltäglich daherkommt. Es ist normal: morgens zu einer bestimmten Zeit aufstehen, sich durch den Berufsverkehr quälen, erschöpft auf den Schreibtischstuhl fallen lassen, unzählige E-Mails verschicken, Ideen krampfhaft in Konzepte fassen, einschläfernden Reden zuhören oder Mitarbeiter für ihre Unpünktlichkeit zur Rede stellen. Jeden Tag. Wir tun das, ohne zu hinterfragen. Zeit einen Schritt zur¸ck zu treten und sich die Entwicklung der Wortbedeutung einmal anzuschauen.

Für unsere Vorfahren in der Stein- und Metallzeit war Arbeit existenzieller Lebensmittelpunkt und eng verbunden mit Familie, Kindern und dem Zuhause. Sie stillte den Hunger, hielt bei Kälte warm, verteidigte gegen Angreifer, zog die Kinder groß und bestellte das Feld. Jagd, Tierzucht, Hausbau, Herstellung von Bekleidung, Waffen und Geräten waren integrativer Lebensbestandteil. Es gab keinen Begriff, der diese vielfältigen Tätigkeiten des Lebens einheitlich umschrieb.

Der Ursprung des Wortes Arbeit kommt aus dem Germanischen. Wurzeln des Begriffs „arebeit“ sind sowohl das Subjekt „arba“, was Knecht bedeutete, als auch das Verb „arbejo“ (= verwaistes und daher zur selbstständigen Beschaffung lebensnotwendiger Dinge gezwungenes Kind). Aus „arbejo“ entwickelte sich das germanische „arbejidiz“ (= Mühsal, Not) und daraus wiederum das im Mittelalter verwendete althochdeutsche „arbeit“, „arabeit“, „arebeit“. Das Wort wurde ganz allgemein für eine mühselige Tätigkeit verwendet und nicht für Arbeit im heutigen Sinne. Beispiel: Einen steilen Felsen hinauf zu klettern war „arbejidiz“.

Fundierte Hinweise auf die Verwendung des Begriffs Arbeit aus heutiger Sicht lassen sich erst in Schriften des Mittelalters finden. Zu der Zeit sicherten immer weniger Tätigkeiten direkt den eigenen Lebensunterhalt, sondern entleerten sich ihres ursprünglichen Sinnes: Handwerker bauten die Häuser anderer, Leibeigene bewirtschafteten das Feld für Großgrundbesitzer, Totengräber begruben Fremde. Die Menschen bekamen im Tausch für ihre Tätigkeit Güter oder Geld. Der althochdeutsche Begriff „arebeit“ – Ausdruck für Mühsal, Plage, Leid, Erdulden und passiv Erlittenes – wurde für diese entfremdeten Arbeiten verwendet.

Der Aspekt der Passivität verlor sich allerdings im Laufe der weiteren Entwicklung. Dennoch galt „arebeit“ auch im Mittelhochdeutschen vorrangig als mühselige, unwürdige Verrichtung zur Sicherung des Lebensunterhaltes. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wird der Begriff „Arbeit“ in seiner heutigen Form verwendet.

Lexika konfrontieren uns mit zahlreichen Synonymen, die unser gegenwärtiges Verständnis des Wortes Arbeit offen legen: buckeln, malochen, abmühen, rödeln, plagen, strapazieren, ackern, ranklotzen, schuften, schinden und funktionieren. Und deutsche Sprichwörter betonen leichtfertig das Mühsal der Arbeit: „Was man gerne tut, ist keine Arbeit“, „Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt“, „Das ist eine „Schweinearbeit“ und „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.

Die negative Bedeutung des Begriffs bestätigt sich auch praktisch: Aktuelle Studien belegen, dass tatsächlich 41 % der Arbeitnehmer in der Europäischen Union ihren Job als anstrengend und belastend erleben. In Deutschland belaufen sich die Zahlen auf 39 % und Litauen erreichte mit 71 % das höchste Ergebnis. (Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Opinion im Auftrag der Europäischen Kommission, 2007) Arbeit ist aufreibend, ermüdend, lästig, einschränkend, mühsam. Doch nicht nur das: Wir kämpfen auch darum, dass es so bleibt. Denn an dem Grad der Anstrengung messen wir unsere Selbstwirksamkeit. „Je schwerer der Kampf, desto ehrenvoller der Triumph. Was wir zu mühelos erhalten, sehen wir als zu gering an: Erst der hohe Preis gibt jedem Ding seinen Wert.“ (Thomas Paine, amerikanischer Handwerker, Lehrer, Politiker, Zollbeamter und Publizist) Je anstrengender etwas ist, umso größer ist unser Selbstwirksamkeitsgefühl – das Gefühl, etwas bewegt zu haben, auch wenn es anstrengend war.

Wir müssen also umdenken. In das Verständnis von Arbeit, das durch seinen düsteren Ursprung immer noch negativ gefärbt ist, lassen sich Selbstentfaltung, Weiterentwicklung und Bedürfnisbefriedigung nicht integrieren. Eine neue Bedeutung, ein neues Wort, eine neue Auffassung müssen her. Doch bei der Suche nach einem positiven Begriff für Arbeit stößt man bei Google, Lycos und Co. auf das ernüchternde Ergebnis: „Not found“. Verständlich, dass wir beharrlich wie Schatzhüter versuchen, den Feind Arbeit vom Heiligtum Leben fern zu halten.

Resilienz – Gute Arbeit – eine Vision

Große Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Leo Tolstoi, Voltaire, Helmut Schmidt und Karl Lagerfeld haben schon lange erkannt, dass wir Arbeit lieben müssen, um sie gut zu machen, dass Arbeit glücklich und kreativ macht, wenn sie ausfüllend ist, man Freiräume hat und Tun und Ruhen im Gleichgewicht sind. Diese Menschen haben die Courage, entgegen gesellschaftlich akzeptierter Normen ihren Tagesrhythmus zu strukturieren und sich individuell passende Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Der Autor Tom Robbins verbringt täglich drei Stunden am Schreibtisch, um an seinen Büchern zu arbeiten. Beethoven war dafür bekannt, seine Arbeitszeit mit Joggingrunden im Freien und einfachem Herumwandern regelmäßig zu unterbrechen – „während der Bewegung arbeiten“ nannte er selbst diese Tätigkeit. Churchill stand morgens recht spät auf und arbeitete niemals zwischen Mittag und 23 Uhr nachts. Viel lieber verbrachte er seine Zeit mit Malerei, Fische füttern und Karten spielen. Seine Philosophie: Unser Kopf braucht mehr Abwechslung als Pausen. Dostojewski benötigte für seinen schriftstellerischen Schöpfungsprozess vor allem Ruhe: „Einsamkeit und Faulheit liebkosen die Fantasie.“

Gandhi war Frühaufsteher. Nachmittags favorisierte er Laufen, lange Bäder und Massagen. Manchmal starrte er auch einfach gedankenversunken zum Horizont. Nietzsche machte sich Notizen während er spazieren ging – in Bewegung kamen ihm die besten Ideen. „Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sklave“, fand der Philosoph. Einstein gönnte sich täglich zwölf Stunden Schlaf und Goethe formulierte es ökonomisch: „Unbedingte Tätigkeit macht zuletzt bankrott.“

Diese Menschen haben herausgefunden, welche Art zu arbeiten am besten zu ihnen passt, wie sie ihre Kreativität und ihr Leistungspotenzial am sinnvollsten ausschöpfen können, ohne an Lebensqualität einbüßen zu müssen. Sie wissen, dass Phasen des selbstbestimmten Müßiggangs notwendige Voraussetzung für Kreativität und Produktivität sind. Sie stehen nicht mehr alleine da, denn es weht ein leiser Wind der Veränderung durch unsere Gesellschaft. Ein Wind, der die Spannung zwischen persönlichen Bedürfnissen und Arbeitszwang nach und nach auflöst. Wir wollen mitfliegen. Von oben können wir sehen, dass es hinter dem Horizont weiter geht, die Perspektive ändert sich. Wir wollen mehr.

Mehr Resilienz – War of Talents

Deutschland braucht qualifizierte Arbeitskräfte? Die Generation der Babyboomer geht langsam in Rente, die Geburtenflaute bleibt, die neue Generation Y und die sogenannten High Potentials sind anspruchsvoll und Deutschland wird als Einwanderungsland für gut ausgebildete Fachkräfte immer unattraktiver. Nach Angaben des Bundesministeriums kamen 2007 nur noch 23 000 Menschen aus Nicht-EU-Staaten, um in Deutschland zu arbeiten. Das sind ein Drittel weniger als im Jahr zuvor. Die Anzahl an Nicht-Eu-Bürgern, die in Deutschland ein Studium aufnahmen, sank um etwa 3 000 auf 31 400.

Internationale Eliten machen ein Bogen um Deutschland – ein erschreckendes und gleichzeitig zu Veränderungen anstoßendes Ergebnis.

Arbeitgeber müssen sich zunehmend etwas einfallen lassen, wenn sie die besten Köpfe für sich gewinnen und halten wollen. Die klassischen Incentives wie kostenloses Obst und Getränke am Arbeitsplatz, ein Fitnessstudio im Unternehmen, ein firmeninterner Kindergarten, Gleitzeit und Firmenhandy sind notwendig, reichen allerdings längst nicht mehr aus, um attraktiv zu sein. Eine umfangreiche Studie von 2008 bestätigt, dass deutsche Mitarbeiter vor allem eins wollen: mehr Flexibilität (75). Die Studie spiegelt einen Trend wieder, den Unternehmensberater Martin Brübach auch bei seinen Studenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefunden hat: Junge Menschen wünschen sich Flexibilität – sowohl bei der Arbeitszeit als auch beim Arbeitsort. Sie wollen mehr Zeit für private Dinge, eine individuelle Bestimmung über ihren Arbeitsrhythmus, Working from home und Homing from Work. Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem halten bei den Nachwuchskräften nicht mehr stand. Der Gefahr der permanenten Abrufbereitschaft begegnen sie, in dem sie keine Scheu haben, das Handy auch mal auszustellen und die E-Mails nicht abzurufen. Doch trotz aller Freiheitswünsche erhoffen sie sich einen festen, persönlichen Arbeitsplatz, an dem sie Wertschätzung für ihre Leistungen erfahren, interagieren und kreativ mit anderen zusammen arbeiten können. (DEGW Deutschland GmbH: Recruiting the next generation, 2008) Die nächste Generation gibt die Richtung vor, in die es zukünftig gehen wird!

Eine Lösung kann das Ginkgo-Prinzip für ein Unternehmen sein. Durch die ganzheitliche Betrachtungsweise und Implementation in die Struktur des Unternehmens im Rahmen eines Coachings kann der Krieg um die Talente gewonnen werden und Wohlbefinden und Zufriedenheit, wie auch höhere Produktivität und Leistungsfähigkeit bei den Mitarbeitern dauerhaft gesichert werden. Sebastian Mauritz und Jens Barwinske haben als Coaches diese Aufgabe schon mehrfach erfolgreich und nachhaltig umgesetzt.

Resilienz und Arbeitsumgebung

In unserer Geschichte haben wir Menschen den Raum, der uns umgibt, immer gefüllt und nach unseren Ansprüchen gestaltet. Ursprünglich war der Raum an sich entscheidend.

Versetzen Sie sich nun in folgendes Szenario: Es ist kalt. Sie tragen nur eine Kutte. Sie befinden sich in einem Raum aus Sandstein gebaut. Wenn Sie schreiben, kratzt eine Feder über das Papier, das Buch, das Sie beschreiben, liegt auf einem hölzernen Tisch. Sie können die Tinte riechen, die fürchterlich verschmiert, wenn Sie nicht achtgeben. Wenn einer Ihrer Arbeitskollegen hustet, hallt es an den Wänden wider. Daher bemühen sich alle um Ruhe, damit die Konzentration bei dieser wichtigen Arbeit nicht gestört wird. Der Kerzenschein erhellt den Raum minimal, die hellen Fensterplätze sind nur im Sommer beliebt. Ab und an hören Sie klerikale Gesänge.

Die beschriebene Szene stammt nicht etwa aus dem Film „Der Name der Rose“. Es ist vielmehr eine alltägliche Szene aus dem Ursprung der Bürowelt: das Skriptorium. Seit 400 n. Chr. wurde in den Klöstern auf diese Weise gearbeitet. Um den wertvollen Umschlag der zu bearbeitenden Bücher nicht zu beschädigen, legten die Mönche zwischen (Schreib-)Pult und Buch ein Stück Stoff Ihrer Kleidung, der Burra. Daran wurde im 17. Jahrhundert das Wort „Büro“ abgeleitet.

Der Ursprung des Büros war immer ein Raum, der dem Rückzug und der Konzentration diente. Es waren Denkzellen, um die Gedanken schriftlich festzuhalten und sie anderen mitzuteilen. Von hier aus gründeten sich die Wissenschaften, Erfindungen und der gesamte technische Fortschritt. Es wurde im Stehen gearbeitet, denn Sitzen war den höheren Kasten vorbehalten.

Erst allmählich traten die Möbel in den Vordergrund, gemeinsam mit den ersten technischen Schreibhilfen. Das 19. Jahrhundert war nicht nur das Zeitalter der Industrialisierung und der Massenfabrikation, sondern ebenfalls eine Epoche stetig wachsender Büroarbeit. Das vermehrte Steueraufkommen, Planungs- und Überwachungsaufgaben und das Sozialversicherungswesen führten besonders in Preußen zu einem bürokratischen Aufwand einer bisher unbekannten Dimension. Vorbild für die Verwaltungsarbeit war das Militär: Korrektheit, Disziplin und bürokratische Zweckmäßigkeit bestimmten den Arbeitsalltag. Für eine entsprechende Ordnung sorgten Briefsortierfächer, Archivschränke und später auch Registraturhilfen wie Karteikarten und Briefordner.

Auch räumlich wurde die Büroarbeit immer stärker spezialisiert: Das Schreiben, Kopieren, Rechnen, Kassieren und Ablegen wurde in jeweils dafür ausgelegten Räumen untergebracht. Die Einführung von Gaslicht und später von elektrischer Beleuchtung verbesserte die Lichtverhältnisse in den oft düsteren Büros erheblich und ermöglichte eine zeitliche Ausdehnung der Arbeit.

Zwischen 1907 und 1925 verdoppelte sich in Deutschland die Zahl der Angestellten nahezu. In den Verwaltungen der Großbetriebe setzte sich mit dem Einsatz von Schreib- und Rechenmaschinen die Aufgliederung in Abteilungen fort: mechanische Buchhaltung, Telefonzentrale, zentralisierter Schreibdienst. Vor allem Frauen nahmen die neue Erwerbsmöglichkeit in der Großstadt wahr. Doch die einseitige, monotone und laute Arbeit des Schreibsaals führte häufig zu Beeinträchtigungen der Gesundheit. Nervosität, Schwindel und Erscheinungen waren an der Tagesordnung. Auch Klagen über den enormen Arbeitsdruck waren keine Seltenheit.

In den 50er Jahren wurden auch in kleineren Büros verstärkt moderne Büromaschinen wie Buchungsmaschinen, Diktiergeräte und Vervielfältiger eingesetzt. Auch die kleinen Hilfsmittel der täglichen Büroarbeit fanden immer größere Verbreitung: Hefter, Locher und Anspitzer wurden zu Massenartikeln.

Die zunehmende Technisierung des Büros rückte den Menschen in den Hinter- und immer präzisere Arbeitsmittel in den Vordergrund. Der Ist-Zustand zeigt das Bild eines nahezu technisch perfekten Arbeitsplatzes, dem kaum funktionale Grenzen gesetzt sind. Diese Entwicklung wird bald ihren Abschluss finden,weil sie kaum noch zu optimieren ist.

Was bleibt, ist unser Kopf: die kreative Denkzelle. Wie soll sie in Zukunft aussehen? Verstaubt, muffig und lästig oder kommunikativ, sinnvoll und vor allem inspirierend?

Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Multisensorik im Büro

Dort, wo Sie sich wohlfühlen, Sie emotional angeregt werden, Farben, Möbel und Gerüche Sie inspirieren, fliegen Ihnen die kreativsten Einfälle förmlich zu. Jeder Mensch nimmt seine Umwelt über die biologischen Sinneskanäle wahr. Je nachdem, wie diese angesprochen werden, bestimmen sie unsere unbewusste und bewusste Wahrnehmung, entwickeln daraus Bilder und Meinungen im Kopf und Gefühle im Bauch.

Wenn wir unseren Arbeitsort positiv gestalten wollen, sollten wir mehr über diese machtvollen Instrumente erfahren, die unsere Wirklichkeit bestimmen: Wie viele Sinneskanäle stehen uns eigentlich zur Verfügung? Die spontane Antwort heißt oft: fünf. Prinzipiell stimmt das, aber inzwischen differenziert die Forschung inzwischen mehr als fünf Sinneswahrnehmungen, die wir auch für unser ganzheitliches Raumgefühl nutzen wollen.

Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in Ihrem Büro – wenn Sie gerade dort sind, umso besser. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und tasten Sie Ihren Raum mit allen Sinnen ab. Was sehen Sie? Alte Aktenordner im Regal. Ein langweiliges Weiß an den Wänden, ein pflegeleichter grauer Industrieteppich ziert den Boden. Der Bürostuhl, auf dem Sie sitzen, ist alt, tut es aber noch, obwohl Sie nach zwei Stunden immer Rückenschmerzen bekommen. Sein Blau tut dem Grau nicht weh. Ihr Schreibtisch. Welche Farbe hat der? Unter den vielen Papierbergen schwer zu sagen. Die einzigen Farbkleckse darauf sind das Familienfoto und die grüne Schreibtischleuchte.

Stimmungsbildende Elemente erkennen

Jetzt lauschen Sie einmal. Welche Geräusche können Sie wahrnehmen? Ist es das stetige Rauschen des draußen vorbei ziehenden Verkehrs, das gleichförmige Surren des Kopierers, die Lüftung Ihres Rechners oder das ununterbrochene Husten Ihres Kollegen?

Jetzt atmen Sie ein. Suchen Sie in der Luft nach Gerüchen – welche können Sie benennen? Den Kaffee aus der kleinen Küche nebenan, den künstlichen Geruch von elektronischen Geräten, das Minzkaugummi vom Kollegen? Das leckere Parfum, das Kollegin Buchhaltung im Raum zurückgelassen hat? Sie sollte öfter mal vorbei kommen.

Schärfen Sie Ihre Sinne. Nur was wir wahrnehmen, können wir auch ändern. Nehmen Sie bewusst wahr, was um Sie herum ist, denn es beeinflusst unbewusst Ihre Psyche und Ihr körperliches Wohlbefinden, auch wenn Sie es gar nicht bemerken.

Diese so genannten stimmungsbildenden Elemente sind vielfältig und dosiert einzusetzen. Sie machen Spaß, steigern das Wohlbefinden und erhöhen die Produktivität im Arbeitsprozess.

Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Pflanzen

Es grünt so grün. Pflanzen werden in der Bürowelt oft nur als Dekoration eingesetzt. Dabei können Pflanzen erheblich mehr zur Raumatmosphäre beitragen und werden völlig unterschätzt. Pflanzen sind lebendige Systeme und das kann man auch spüren. In unserem hochtechnischen, meist durch künstliche Materialien geprägten Arbeitsumfeld, brauchen wir dringend einen Gegenpol mit Naturanbindung. Das leisten Pflanzen für den Kopf. Wir können mit ihnen ein Stück Natur als Beruhigung in die Raumgestaltung integrieren. Aus unserem Urinstinkt heraus assoziieren wir mit Pflanzen: Sicherheit sowie Zugang zu Wasser und Nahrung.

Zusätzlich filtern Pflanzen nachweislich die Luft und reduzieren Staubpartikel und den Schadstoffgehalt. Auch erhöhen sie die Luftfeuchtigkeit, denn je nach Pflanze geben sie spürbare Mengen an Wasser in die Luftatmosphäre ab. Allein optisch sorgen frische, gesunde Pflanzen für ein Wohlgefühl. Selbst auf das Ohr wirken sie schalloptimierend. Zwar absorbieren sie wenig Schall, aber sie zerstreuen Schallwellen, so dass die Akustik im Raum angenehmer wird.

Mit Gefäßen, die zum Interieur passen, und den geeigneten Pflanzen, lässt sich eine Wohlfühl-Oase schaffen. Eine Ausrede für zu wenig Platz im Raum gibt es nicht. Es gibt Tischgefäße und Pflanzenwände, die wenig Platz auf der Grundfläche benötigen. Sogar mobile Pflanzenraumteiler, die sich verschieben lassen.

Aber ein guter Rat: Lassen Sie Ihre Pflanzen von Fachleuchten planen und pflegen. Sonst haben Sie nach ein bis zwei Monaten statt einer grünen Insel, die Sie gesünder werden lässt und motiviert, das alte Waldsterben im Scheinwerferlicht. Haben Sie schon mal daran gedacht, dass Ihre Pflanzen auch nachts beleuchtet werden könnten? Dann haben Sie tagsüber keine störenden, zusätzlichen Lichtquellen. Apropos Licht, das brauchen Pflanzen und Menschen gleichermaßen.

Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Licht und Beleuchtung

Es werde Licht. Licht als stimmungsbildender Faktor? Aber natürlich. Seit Längerem ist bekannt, dass Licht unsere Gesundheit und unseren Tages- und Nachtrhythmus beeinflusst. Da Tageslicht in den meisten Büroarbeitsplätzen ein seltenes Gut ist, sollte um so mehr für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt sein. Dabei spielen zum einen ergonomische Faktoren eine Rolle, welche Lichtarten zum Beispiel eingesetzt werden können, und zum anderen Lichtqualität und Farbzusammensetzungen.

80 % der Büroarbeitsplätze sind falsch beleuchtet. Die Dunkelziffer ist voraussichtlich noch höher. In Bezug auf die Arbeits- und Lebensqualität führen wir in unserem täglichen Umfeld also eher ein Schattendasein. Wenn wir eine Pflanze wären, würden wir unter diesen Umständen wohl eingehen. Selbst ein Ginkgo überlebt das nicht! Augenüberlastungen und Kopfschmerzen sind die Folge. Damit sich Ihr Gesicht wieder erhellt, hier einige Grundregeln: Lassen Sie den Lichtbedarf für Ihre Arbeitsweise feststellen. Meist sind es ­Bildschirmarbeitsplätze, an denen wir sitzen. Hier gibt es feste Richtlinien nach denen man sich richten sollte, mindestens jedoch 500 Lux.

Der Computerbildschirm sollte auf keinen Fall die einzige Lichtquelle im Raum sein. Eine harmonische Helligkeitsverteilung ist wichtig, die durch einen Wechsel von direkten und indirekten Lichtquellen erreicht wird. Dabei ist indirektes Licht immer reflektiertes, raumstreuendes Licht, was von oben kommt. Direktes Licht fällt direkt auf die zu beleuchtenden Flächen. Ergänzt wird das Ganze noch durch eine individuelle Arbeitsplatzleuchte.

Für Ihr Wohlbefinden bei der Bildschirmarbeit gilt im übrigen das gleiche Gesetz wie in der Kriminalität: Vermeiden Sie Schattengestalten und Blender! Je weniger sie davon auf Ihrem Rechner wiederfinden desto besser. Das steigert vor allem die Konzentration.

Ein weiterer Faktor ist die Lichtfarbe. Ihr Empfinden ist gefragt: lieber kältere Lichtfarben mit höherem Blauanteil oder mehr wärmere Nuancen? Das kann unter anderem für Ihren Arbeitsrhythmus von entscheidender Wirkung sein. Nachweislich ist ein höherer Anteil von blauem, kurzwelligem Licht eher als ein Wachmacher, im Extremfall als Stresserzeuger zu sehen. Wärmeres, rötliches und damit langwelliges Licht lässt schneller ermüden. Das ist auch ganz logisch, denn der Blauanteil im Morgenlicht ist in der Natur größer als in der Abenddämmerung, die bekanntlich rot eingefärbt ist. Über das Auge wird so der Müdigkeitsgrad mit beeinflusst.

Wir machen es uns einfach: Licht mit breitem Farbspektrum und tageslichtähnlichem Aufbau ist ein perfekter Kompromiss.

Das sind die Grundbegriffe der Beleuchtung. Jetzt wird abgestimmt: Was ist mit unserem Candle-Light-Dimm…äh-Dinner? Es darf schummrig werden. Der Kronleuchter in der Lichtplanung ist eine Auswahl unterschiedlicher Beleuchtungsszenarien per Knopfdruck. Einzelne Leuchten können gezielt angesteuert und zu unterschiedlichen Lichtatmosphären zusammengeführt werden. Es gibt Beleuchtungskonzepte für jede Situation: Putzlicht, alles an. Meeting, nur das Licht über den Tischen leuchtet. Vortrag, gedimmt für die Projektion. Afterwork, nur die Downlights an den Wandflächen leuchten. Wenn jetzt noch farbiges Licht über LED-Licht abgerufen werden kann, dann sind Sie ganz nah am Status des Lichtmischers im Theater. Immer das Wohlbefinden im Vordergrund – funktional und optimiert.

Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Farben

Jetzt wird es bunt. Farben sind im Leben etwas grundsätzlich Wichtiges. Farben beeinflussen jede Raumstruktur. Mit Farbe können Räume kleiner, größer, höher, breiter, tiefer, freundlicher, fröhlicher, natürlicher, wässriger, luftiger und niveauvoller werden! Das Tollste an Farbe: Bunt kostet nicht mehr als weiß. „Das sehen Sie sich über“ hieß es früher einmal, weil Farbe auf Dauer nervös mache. Ich sitze inzwischen in einem orangenfarbenen Büro und muss zwangsläufig über dieses veraltete Zitat schmunzeln. Warum sind eigentlich fast alle Büroräume weiß? Ein Grund ist u.a. die Helligkeit, bedingt durch ein hohes Maß an Lichtreflexion. Bestenfalls ist das eine Ausrede von Menschen, denen der Mut fehlt.

Mut zur Farbe! Natürlich sollen Sie jetzt nicht anfangen wild drauf los zu streichen. Vor der Umsetzung Kopf und Sinne einschalten und erstmal planen. Zunächst bestimmen Sie, wie die Raumwirkung sein soll. Mit Betonung unterschiedlicher Wand-, Decken- und Bodenkombinationen verändern sich Räume in der Form-Wahrnehmung. Probieren Sie es aus, unter www.farben-trompeter.de/leistung/farbwirkung können Sie die Farbwirkung in Bezug auf den Raum überprüfen.

Dann bestimmen Sie die emotionale Wirkung des Raumes. Soll er warm wirken? Oder nur sauber? Wollen Sie ein mediterranes Ambiente oder eine Bodenständigkeit ausdrücken?

Für Unternehmen gilt bei der Farbgestaltung: Überlegen Sie vorher, wofür Ihre Unternehmensphilosophie steht, welche Werte Sie vermitteln wollen. Verkaufen Sie beispielsweise Bio-Produkte oder entwickeln Sie Sonnen-Kollektoren? Was sind Ihre Firmen-Farben? Aus diesen Überlegungen lassen sich interne Farbspektren definieren. Ausgehend von dem Spektrum können mit diesen Farben die Büros gestaltet werden. Innerhalb dieses Rahmens ist jeder Mitarbeiter aufgefordert, seine persönliche Farbpräferenz auszuwählen. Denn „erlaubt ist, was gefällt“ führt zur Villa Kunterbunt. Farbspektrum vorgeben, Entscheidung jedem Einzelnen überlassen, alle glücklich.

Eine Bitte: Ein Spektrum ist nie eine Farbe, mindestens zwei sollten es schon sein! Wie das wirkt, können Sie leicht ausprobieren. Entweder über eine Planungsdarstellung oder über ein einfaches Foto. Einmal in den Raum gestellt, Foto gemacht, Bildbearbeitung, Wände einfärben und schon hat man zumindest eine Orientierung, für den Fall, dass man keinen Farbberater hat.

Unter www.farben-trompeter.de/leistung/teststudio finden Sie einige Beispiele.

Vollendung findet ihr Farbkonzept durch eine gekonnt eingesetzte Akzentfarbe. Das Ziel ist eine harmonische Gestaltung. Wenn Sie Ihren hauseigenen Farbfächer um diese passenden Akzentfarben erweitern, kann auch hier nichts mehr schief gehen! Natürlich müssen auch unterschiedliche Oberflächen von Schreibtischen, Drehstühlen, Schränken bedacht werden. Hier ist die Auswahl meist noch klein, aber sie wächst von Jahr zu Jahr und es gibt immer schönere Designs.

Bei Überforderung einen Farbberater oder Innenarchitekten zur Unterstützung rufen. Denn Farben haben eine enorme stimmungsbildende Wirkung, das wusste bereits Goethe und der hat schließlich auch den Ginkgo-Baum als Lebensbaum bezeichnet.

Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Musik und Klang

Der Ton macht die Musik. Wie schon im Kapitel über die Sinnesansprache gelernt, unterscheidet das Ohr in den Signalen zwischen Sprache, Geräuschen und Musik. Um die negativen Geräusche wollen wir uns hier nicht kümmern, die müssen nur minimiert werden. Aber die „Unternehmenssprache“ wäre doch mal ein Wort wert.

Sie ist einer der stimmungsbeeinflussenden Faktoren überhaupt! Leider wird das oft nicht erkannt. Wie wird denn in Ihrem Unternehmen kommuniziert? Welchen Sprachgebrauch pflegt man, welche Umgangsformen? Sollte Ihnen der Tonfall in Ihrem Unternehmen nicht passen, sollte er geändert werden.

Gehen Sie mit guten Vorbild voran, denn die Macht der Worte sollte nicht unterschätzt werden, denn sie haben einen direkten Zugang zu den Emotionen. Sie können motivieren aber auch kränken. Es lohnt sich, dazu in sich hineinzuhorchen.

Ergänzend und ganz neu in der Betrachtungsweise für Büroatmosphäre ist die Musik. Man muss nur einige Regeln beachten, um die positiven Aspekte von Musik nutzbar machen zu können. Angenehme Hintergrundmusik bildet einen natürlichen Klangteppich und beeinflusst auf jeden Fall das Wohlbefinden. Schallspitzen ragen nicht heraus, sondern werden akustisch abgefedert. Es sollte Musik sein, die sich aus dem Bewusstsein ausblendet, die sich aus der Wahrnehmung schleicht. Dafür muss zunächst die Lautstärke beachtet werden. Also lieber leise. Es gibt sogar spezielle „Taktzahlmusik“. Das sind Musikstücke, die sich ausblenden, weil es bei allen Stücken immer der gleiche Takt ist. Wenn er zu langsam ist, werden alle Mitarbeiter müde. Läuft er zu schnell, werden viele Kollegen hektisch.

Nun etwas Zukunftsmusik. Diese spielt im Bereich der funktionalen Soundelemente, die auch psychografisch wirksam sind. Das bedeutet, dass sie unser Verhalten beeinflussen können. Im Hintergrund dieser Musikstücke schwingen Töne und Frequenzen mit, die dem Gehirn bestimmte Botschaften oder Bilder vermitteln. Es entsteht ein Gefühl von Weite, Spannung und Fröhlichkeit. Genau wie ein Musikstück in Moll oder Dur geschrieben ist, haben diese Sequenzen eine Wirkung auf uns. Es ist vergleichbar mit der Beeinflussung durch die Filmmusik, welche die Wirkung von Horrorszenen, Liebesszenen und Komödien unterstützt. Überzeugen Sie sich selbst: Wie wirkt Freitag der 13. mit der Hintergrundmusik von Dick und Doof?

Das kann für einige Themen im Büro sehr hilfreich sein. Zum Beispiel für die Entspannungsphase während der Arbeitszeit, dem hochaktuellen Powernapping mit Hilfe von BusinessNap oder WaveNap.

Funktionale Musik arbeitet an dem Bewusstsein vorbei, daher leitet sie unbewusst die gewünschten Zustände ein. Es gibt Musikstücke, denen ein gesundheitsfördernder Effekt zugeschrieben wird. Ein Projekt des Musikers Michael Reimann beweist, dass durch das Hören bestimmter Töne sogar Vitamin C im Körper produziert werden kann.

Zum Abschalten und für die Unterstützung kreativer Denkprozesse gibt es Sound-Möbel. Durchaus für die Bürowelt geeignet ist beispielsweise die Klangwoge. Sie ermöglicht ein inneres „Abschalten“ durch eine Kombination aus liegen, schaukeln, hören und „Musik spüren“ (Körperschall) . In dieser Kombination werden bestimmte Hirnreale angesprochen, durch die ein Cocooning-Gefühl erreicht wird. Die Klangwoge ist in Verbindung mit den funktionalen Modulen von BusinessNap als WaveNap überall einsetzbar.

Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Möbel und Co.

Ob ein Unternehmen etwas hölzern daherkommt, mit vielen Furnieroptiken ausgestattet oder eher cool, mit Glas- und Leder-Kontrasten, sendet bereits vielschichtige Botschaften an den Besucher. Schauen Sie sich um, wenn Sie den Einrichtungsstil Ihrer Firma in einen Bilderrahmen stellen würden, welchen Untertitel würden Sie wählen?

„Auf Distanz“, „Farbe gesucht!“, „Traditionen erhalten…“, „Wir brauchten das Geld für was anderes“, „Jeder brachte was mit“, „Alles vom Feinsten“, „Nicht schön, aber praktisch“, „Wir machen saubere Arbeit“, „Technik ist alles“,„ Modell Tristesse“, „kreatives Chaos“, „Wo wir sind, ist vorn!“

Solche oder ähnliche Botschaften senden Büros jeden Tag an ihre Bewohner und Besucher. Häufig entspricht es dem Arbeitsstil, den dieses Unternehmen pflegt. Es fühlt sich an, wie ein thematisches Wasserzeichen, was unter der Einrichtung liegt. Wie wäre es, wenn Ihre Kunden nach einem Unternehmensrundgang denken würden: „Hier würde ich auch gern arbeiten“ und Ihre Mitarbeiter und Kollegen: „Ich komme morgen gerne wieder“. Erzeugen Sie Neid!

Die Einrichtung eines Wohlfühl-Büros folgt einem bestimmten Regelwerk:

Schritt 1: Zunächst wird die Funktionalität festgelegt, was soll in dem Raum geschehen? Welche Möbelarten, welche Eigenschaften, welche Technik brauchen Sie dafür?

Schritt 2: Welche Färbung, welche Ausstrahlung soll das Interieur vermitteln?

Schritt 3: Um die Ecke gedacht, welche zusätzlichen Möbel toppen die Raumidee und gehen über die üblichen praktischen Maßstäbe hinaus?

Schritt 4: Welche Wohlfühlelemente und Accessoires runden das Raumthema ab? Machen Sie eine Bestandsaufnahme, welche Objekte stehen Ihnen zur Verfügung?

Für diese Auswahl betrachten Sie diese Möbel ausschließlich von Ihrem funktionellen Wert aus. Darunter fallen alle Stühle, Tische, Schränke, Trennwände, Container, Regale, Tresen etc. Den Zweck erfüllen sie alle, ansonsten wären sie bereits auf dem Markt verdrängt worden. Zum Wohlfühlen brauchen Sie aber zusätzlich die passende ergonomische Ausstattung. Es lohnt sich ein genauer Blick! Meist erfüllen die Möbel alle gesetzlichen Auflagen, jedoch bedarf es bei Sonderbeanspruchung (Security-Drehstühle werden beispielsweise 24 Stunden am Tag genutzt) einer entsprechenden Auslegung und Qualität. Beurteilen Sie den Nutzen auch aus Sicht der Mobilität: Wie schnell können Sie den Raum „ummöblieren“? Welche Elemente sollten einen fixen Platz haben (beispielsweise Projektionsflächen), welche sollten eher mobil sein, zum Beispiel Flipcharts, Pinnwände?

Zusammengefasst sollte die Grundmöblierung eines Wohlfühl-Büroraumes immer funktional und ergonomisch ausgeglichen und möglichst mobil sein.

Es gibt Büromöbel mit gutem oder schlechtem Design. Für die Stimmungsbildung ist dies ganz entscheidend. Form, Farbe, verwendete Materialien und Oberflächen. Ein ansprechendes Design unterstützt das gewünschte Ambiente. Generell sollten Designmöbel immer, zum Typ Ihres Unternehmens passen und Ihnen gefallen.

Mehr Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Hybridmöbel

Neuerdings tauchen auf dem Markt zunehmend Möbel auf, die verschiedene Funktionen miteinander kombinieren, sogenannte Hybridmöbel. Das hat folgenden Grund: Die meisten Hersteller können kaum noch Neuheiten in der Entwicklung der Produkttiefe nachweisen, funktional und technisch präziser ist kaum noch möglich.

Auch die Vielzahl der Möbelprogramme macht den Markt eher unübersichtlich. Teils aus der Not heraus, teils aus Sicht neuer Konzeptideen punkten Hybridmöbel durch den Mehrfachnutzen. So gibt es z. B. Schreibtische mit LED-Effektlicht, Schränke mit Lautsprechereinheiten, Bilder als schallschluckende Elemente, Drehstühle mit Liege-Funktion, mobile Pflanzenwände, Wartesessel als Schaukel und multisensuale Raumtrennungs-Elemente, die leuchten, duften und klingen können. Diese Art von Möbeln kann erheblich zur Abrundung der Wohlfühl-Atmosphäre beitragen, sollte aber konzeptionell überprüft werden.

Mehr Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Kunstelemente

In der Bürowelt ist die Kunst ist wieder im Kommen. Allerdings auf einem ehrlicheren Niveau. Während es vor einigen Jahren einfach nur chic war, seine Wände als Ausstellungsfläche herzugeben, um einen guten Eindruck bei den Kunden zu hinterlassen – werden heute Kunstobjekte viel ehrlicher und homogener in den Firmen eingesetzt. Ob Bild oder Plastik, die Kunst sollte einen Bezug zum Unternehmen oder den Raumbewohnern haben.

Klasse sind natürlich selbst hergestellte Objekte, die mit Mitarbeitern und Künstlern gemeinsam entstehen. Es kann sehr viel Spaß machen, mit den Firmenprodukten einmal künstlerisch zu arbeiten. Kunst ist ein Element, das den Betrachter einfängt, sie regt die eigene Kreativität an, verleitet zu anderen Gedankengängen. Sie hat etwas Spirituelles, daher sollte sie nicht als Dekoration missbraucht werden.

Mehr Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Spiel und Spaß

Uns allen ist eins gemein: Wir spielen gerne, egal ob mit acht oder 88 Jahren. Im Büro ist es ein Kann, kein Muss. Hierzu brauchen Sie meist ein wenig mehr Platz und den Segen vom Chef. Alles was die Firmenkultur erlaubt, kann und sollte auch integriert werden, denn jetzt geht es um Spaß bei der Arbeit: Sitzsäcke zum Lümmeln, Hängematten, Billardtische, Basketball-Körbe, Planschbecken auf der Terrasse für Fußbäder in heißen Tagen, Box-Säcke zum Aggressionsabbau, Zimmerbrunnen, Rutschen, Mini-Aquarien, Gadgets und Accessoires, die zum Thema passen. Sie sollten lediglich die Sicherheitsbestimmungen erfüllen.

Mehr Resilienz – Stimmungsbildende Elemente – Duft

Der Stallgeruch. Inzwischen wissen Sie, dass Duft unser emotionalstes Mittel ist, um Stimmungen direkt zu erzeugen. Wie sind Düfte einsetzbar? Zunächst gilt auch hier: erst der Zweck, dann die Umsetzung. Was wir vermeiden wollen sind Duftwolken aus Lavendel, die nur, weil es der Lieblingsduft der Kollegin am Empfang ist, Kopfschmerzen bereiten.

Technisch gesehen gibt es heute für jede Raumanforderung eine Lösung für das Beduften. Ob eine Decken- oder Wandinstallation, ob in die Klimaanlage integriert oder unsichtbar ins Mobiliar eingebaut. Jede Raumgröße ist beduftbar, Ausreden sind daher sinnlos. Viel interessanter als die Technik sind natürlich die Einsatzgebiete.

Generell kann hierbei in vier Bereiche eingeteilt werden:

Ambiente, menschliche Stimmungen, Effektbeduftungen und Geruchsmaskierungen.

Ambiente

Um die richtigen Düfte für eine Ambiente-Unterstützung auswählen zu können, braucht man einige Eckdaten wie: Aus welchen Farben setzt sich die optische Atmosphäre zusammen? Was für eine Raumnutzung ist geplant? Sind konkurrierende Duftquellen im Raum? Oftmals werden in diesem Bereich „Duft-Kompositionen“ eingesetzt. Also kein einheitlich wiedererkennbarer Duft wie Sandelholz, Vanille, Lemongras, sondern eine Mischung aus mehreren Ingredienzien, die selbst ein gewisses Farbspektrum beinhalten. Es gibt zum Beispiel frische Duftkompositionen mit Gelb-, Orange-, Grünzuordnungen, die vielleicht für den Empfang geeignet sind oder eine warme, holzig-braune Note für das Chefzimmer.

Emotionen

Um Emotionen zu beeinflussen, müssen die Düfte psychografisch wirksam sein. Diese Thematik kennen wir aus der Aromatherapie. Sie beschäftigt sich mit der Wirkungsweise von Düften auf den menschlichen Körper. Meist werden für die Büroarbeit stimmungsaufhellende, motivierende, konzentrationsfördernde, frische Düfte verlangt. Jetzt fragen Sie sich, ob das wirklich funktioniert? Ja, sogar sehr gut. Nur sollte man gerade deshalb verantwortungsbewusst mit dem Thema umgehen und Duftstoffe nur positiv einsetzen wollen.

Effektbeduftung

Hinter Effektbeduftung steckt die Idee: „What you see is what you smell.“. Das Gehirn freut sich, wenn es das, was es sieht, auch riecht, sprich: Auge und Ohr eine Allianz eingehen. Für die unterschiedlichsten Themen ist das ein nützlicher Hinweis. Zum Beispiel bietet der Herbst Apfelthemen, um die Weihnachtszeit sind Zimt- und Vanilleduft für die Stimmung unterstützend. Ein entsprechender Duft weckt Wohlfühlgefühle.

Duftmaskierungen

Die Duftmaskierungen sind seltener geworden. Puderte man sich in der Epoche des Barocks noch Schweiß und Körperausdünstungen weg, profitieren wir seit der Aufklärung vom Hygienegedanken. Die Devise: Erst waschen, dann pudern! Also erst den Geruch beseitigen und dann beduften. Zwar können Zitrusdüfte auch die Raumluft filtern und Rauchgerüche minimieren, aber inzwischen geht das Überduften von Gerüchen eher zurück.

Generell gilt für die Arbeit mit Düften: Bestmögliche, getestete Qualitäten einsetzen und erfahrene Spezialisten fragen. Selbst ausprobieren darf die Bürogemeinschaft natürlich auch, aber nicht mit Stövchen und offener Flamme, das sehen die Sicherheitsexperten nicht so gern.

Die Königsdisziplin ist der hauseigene Unternehmensduft. Der „Corporate Scent“ kann inzwischen wie ein Design-Element entweder für bestimmte Bereiche oder für das ganze Unternehmen eingesetzt werden. Am besten mit gutem Wiedererkennungswert und positiver Stimmungskomponente. Dann haben Kunden wie Kollegen immer dufte Laune.