Resilienz: Wie man achtsamer werden kann

Was ist eine der wichtigsten Fragen in der Kommunikation, vielleicht im Leben überhaupt?

Woher kommen wir?

Wohin gehen wir?

Was war gestern und was ist morgen?

Wo war ich überall schon auf der Welt und wohin will ich noch?

An wen muss ich noch alles denken?

Wer war wichtig oder wer ist noch wichtig in meinem Leben?

Das alles finde ich gute Fragen und sie begegnen mir immer wieder im Coaching, im Training oder auch in Vorträgen. Wenn ich aber an den Moment denke, wo sich Flexibilität zeigt oder auch Umsetzungsstärke wichtig wird, dann ist es doch immer das JETZT, dass den Unterschied macht.

Mein Name ist Sebastian Mauritz, ich beschäftige mich mit Umsetzungsstärke und Resilienz – der eigenen Fähigkeit flexibel mit Stress umzugehen und gleichzeitig seine Ziele zu erreichen.
Und bei allem was war und was sein wird – noch mal kurz zum JETZT und zu der meiner Meinung nach wichtigsten Frage überhaupt:

Zu wie viel Prozent sind Sie gerade jetzt anwesend?

Vor dem Rechner, mit Ihrem Smartphone unterwegs oder mit dem Tablet auf dem Sofa?!

Zu wie viel Prozent sind Sie da?

Und damit meine ich nicht körperlich – was sich wahrscheinlich irgendwo zwischen 97 und 103 % bewegt, je nach dem, wie viel Sie zu ihrer letzten Mahlzeit zu sich genommen haben. Ich meine geistig… zu wie viel Prozent sind Sie geistig anwesend… prüfen Sie das doch mal kurz für sich.
Haben Sie eine Zahl? Gut…

Dazu zwei ergänzende Fragen:

Die erste lautet: Wo und wann sind Sie noch?

Vielleicht irritieren Sie diese Fragen – gut so! Für mich sind Irritationen Momente neuen Lernens… Rückmeldungen, dass ich die Grenzen meiner gewohnten Muster der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und Handelns erreiche. Und ich begrüße diese Irritationen mit Neugier und Interesse – freue mich, dass da etwas Neues kommt, von dem ich vielleicht etwas Lernen kann.

Also…

Wo und Wann sind Sie noch?

Offensichtlich beherrscht das Gehirn ja die Fähigkeit, dass wir woanders sein können, zum Beispiel am Arbeitsplatz oder an einem anderen schönen Ort mit Urlaubsflair – vielleicht scheint da auch die Sonne, es ist angenehm warm – vielleicht sogar mit einem Meeresrauschen… einfach ein entspannter sicherer Ort… und all das, wo Sie doch da sind, wo Sie sind… zur gleichen Zeit.
Eine weitere Fähigkeit beherrscht das Gehirn ja auch noch… und zwar, dass wir wann-anders sein können.

Wann anders?

Klingt erst mal komisch, ich erläutere das ein wenig näher…

Unser Gehirn hat so etwas wie eine Zeitreisekompetenz. Wir können in die Zukunft reisen – ein paar Minuten, Tage, Wochen, Monate und Jahre… genauso wie in die Vergangenheit. Je nach dem, wann das ist, reagiert unser Körper. Ein beliebtes Beispiel von mir ist das Thema der Reisen in die Kindheit – wenn wir mit einem Blinzeln wieder eine jüngere Version von uns sind… zum Beispiel 5, 7 oder 14 Jahre jung… mit einer gewissen Kompetenz-Amnesie… wenn wir einfach all das vergessen, was wir bisher gelernt haben. Und die jüngere Version von uns am Steuer ist… Mütter haben diese geheime Superkraft und können uns manchmal nur mit einem Blick wieder in die Vergangenheit versetzen…

Und das geht genau so wie das Erinnern JETZT an die erwachsene Version von uns, mit all ihren Kompetenzen und Fähigkeiten. All dem, was Sie gelernt haben… was Sie können, was Sie zu dem gemacht hat, was Sie heute sind! Oder sogar mit der Wunschversion von Ihnen in der Zukunft… die Version in ein paar Monaten oder Jahren, die die beste Version von Ihnen ist…
Also, wir hatten wo anders und wann anders… örtlich und zeitlich.

Kommen wir zu der zweiten ergänzenden Frage, die da lautet:

Wie machen Sie das?

Wie machen Sie das, dass Sie zum einen Hier und Jetzt sind – und wie machen Sie das, dass Sie woanders und wann-anders sind?

Eine häufige Antwort mit dem „wo“ und „wann“ anders sein ist die Alltagstrance… sie kennen das, wenn Menschen langsam werden…

Und so vor sich hinstarren…

Das kann daran liegen, dass das Gehirn in einen Regenerationsmodus geht, es einen Moment braucht, um die Nerven zu entlasten um danach wieder mit höherer Prozentzahl online zu sein.
Oder es kommt von einer Ablenkung, wie zum Beispiel den kleinen Ablenkungshelfern…

Spannend finde ich auch die Frage, wie Menschen es schaffen, eine hohe Prozentzahl zu haben?
Hier habe ich im Wesentlichen zwei Antworten, die mir immer wieder begegnen:

Die erste ist, sich die Themen, die die Prozentzahl senken, aus dem Kopf bringen. Hilfreich für den Moment ist das Aufschreiben, langfristig hilft es, diese zu klären. So schließt man offene Themen und kann mehr bei sich und im JETZT sein.

Das zweite, was wirklich hilft, ist Interesse und Neugier. Dazu stelle ich mir immer wieder die Frage, was mich interessiert… und was genau könnte mich noch interessieren? Am anderen, am Thema, am Problem und an der Lösung, am Weg oder am Ziel…

Wofür also das Ganze? Wozu führt eine hohe Prozentzahl?

Nun, in der Kommunikation und im Kontakt mit anderen Menschen allgemein führt es dazu, dass beides besser wird. Gelungene empathische Kommunikation wie auch ein gelungenes Leben braucht eine gute Achtsamkeit der eigenen Prozentzahl und des eigenen Online-Seins… genau so wie der des Gegenübers. Nicht permanent, ständig und doch vielleicht mehr und mehr im JETZT.

Wenn es um das Thema Umsetzung und Umsetzungsstärke geht, dann haben Menschen mit einer hohen Präsenz mehr Chance, Ihre Pläne auch umzusetzen. Sie haben den großen Plan im Kopf und denken gleichzeitig Schritt für Schritt und Atemzug für Atemzug.

So entsteht der Weg bei Gehen und sie starten auf Ihre Reise, wie auf jede Reise mit dem berühmten ersten Schritt im JETZT.

Für mich ist dieser Schritt hin zu mehr Flexibilität, Umsetzungsstärke und auch Achtsamkeit keine Antwort, sondern immer wieder die Frage: zu wie viel Prozent bin ich gerade hier… und ist das hoch genug für das, was ich gerade tun will. Wenn ja, gut, wenn nein, dann sofort die Frage: was kann ich tun, um mich noch mehr online zu schalten. Ich glaube, wir sollten im Leben mehr nach guten Fragen suchen und nicht gleich immer Antworten parat haben… Viel Vergnügen mit dieser Frage…

An dieser Stelle ein großes Danke an Tom Andreas für das Teilen dieser Frage mit mir!

Neben all der Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber
wünsche ich Ihnen
Einen klaren Geist,
Einen gesunden Körper
Und ein Lächeln im Herzen